Im dritten und letzten Teil unserer kleinen Serie zur Unternehmensbewertung soll die Frage im Mittelpunkt stehen, wie der Marktwert des Eigenkapitals gesteigert werden kann.

Im ersten Teil hatten wir dargestellt, dass die Unternehmensbewertung immer eine zukunftsgerichtete Methodik ist, weil für einen potenziellen Erwerber ja nur die Erträge zählen, die ihm nach dem Erwerb zufließen. Im zweiten Teil hatten wir gezeigt, wovon der Unternehmenswert bei den üblichen finanzmathematischen Bewertungsverfahren wesentlich beeinflusst wird

Wie also kann der Marktwert des Eigenkapitals gesteigert werden?

Blicken wir hierzu auf Teil 2 zurück: Der Wert wird maßgeblich beeinflusst durch die Ertragskraft, das unternehmensindividuelle systematische Risiko und den Verschuldungsgrad.

Auf alle diese Faktoren haben Sie als Unternehmer Einfluss, und es bestehen Wechselwirkungen zwischen den Faktoren. So wird eine hohe Ertragskraft tendenziell den Verschuldungsgrad vermindern. Spätestens an dieser Stelle müssen wir einfügen, dass im Kontext der Unternehmensbewertung sich der Verschuldungsgrad stets auf die Marktwerte von Eigen- und verzinslichem Fremdkapital bezieht statt auf deren Buchwerte.

Wege zur Verminderung des systematischen Risikos

Wir möchten uns in diesem Artikel darauf beschränken, Wege zur Verminderung des systematischen Risikos (Asset-Beta) anzureißen.

Da für kleine und mittelgroße Unternehmen kaum eine Vergleichsgruppe aus börsennotierten Unternehmen gefunden werden kann, werden zur Bestimmung des Asset-Beta andere Verfahren benötigt.

Welche Risikotreiber sind vorhanden?

Das zu bewertende Unternehmen wird beispielsweise nach Risikotreibern untersucht und eingeordnet. Solche Risikotreiber können bspw. sein:

  • Unternehmensgröße
  • Konjunkturabhängigkeit
  • Wettbewerbssituation
  • Einfluss der Digitalisierung auf das Geschäftsmodell
  • Kundenbindung
  • Kostenstruktur (variable zu fixen Kosten)
  • Management und Organisation
  • Prognostizierbarkeit der Rendite
  • Substanzwert

Nicht alle Risikotreiber lassen sich gleichermaßen beeinflussen, und wirklich kurzfristige Veränderungen dürften auch nicht erzielbar sein, was uns wieder zu Teil 1 unserer Serie führt: Gerade weil wünschenswerte Veränderungen auch eine gewisse Zeit benötigen, sollten Sie mindestens fünf Jahre vor der Unternehmensübergabe diesen Prozess starten. 

Wie können die identifizierten Risikotreiber beeinflusst werden?

Und wieder steht am Anfang eine Analyse, zu der z.B. nachstehende Fragen gehören:

  • Wie kann die betriebliche Organisation verbessert werden? 
  • Lässt sich ein Teil der Verantwortung für den Unternehmenserfolg auf mehrere Schultern verlagern?
  • Bestehen hohe Abhängigkeiten von einzelnen Personen?
  • Wie kann Know-how im Unternehmen gehalten werden trotz normaler Fluktuation?
  • Wie kommen Entscheidungen zustande?
  • Welche kaufmännischen Steuerungsinstrumente werden eingesetzt, sind diese ausreichend und auch zukunftsfähig?
  • Ist mein Unternehmen attraktiv für Arbeitnehmer (eine völlig neue Fragestellung in Zeiten eines stark veränderten Arbeitsmarktes)?
  • Können möglicherweise andere Märkte oder Zielgruppen für mein Unternehmen erschlossen werden?
  • Fahre ich meine Produktionsmittel auf Verschleiß oder entsprechen diese dem Stand der Technik?

Die Antworten auf diese Fragen müssen dann zu konkreten Maßnahmen führen, die in den Folgejahren umgesetzt werden. Sie erreichen damit vielleicht auch, dass Ihre Mitarbeiter einer Nachfolgeregelung nicht angsterfüllt gegenüberstehen sondern überzeugt von deren Gelingen sind.

Und wie kann man die Prognostizierbarkeit der Rendite verbessern? 

Naja, z.B. ergänzend durch Planung und periodische Soll-Ist-Vergleiche und daraus abgeleitete Maßnahmen, um die ursprünglichen Planziele mindestens zu erreichen, wenn nicht zu übertreffen. Wenn im Rahmen von späteren Verkaufsverhandlungen anhand solcher Unterlagen nachgewiesen werden kann, dass eine hohe Planungstreue erreicht wurde, erfahren die für diese Verkaufsverhandlungen vorgelegten Prognosen und die darauf beruhende Wertermittlung eine viel höhere Glaubwürdigkeit. 

Mit unserer kleinen Serie wollten wir Sie für das Thema Unternehmensbewertung und Unternehmensnachfolge sensibilisieren. Bitte sprechen Sie uns an für weitere Informationen. Wir verfügen sowohl über eine langjährige Erfahrung in diesem Bereich als auch über die geeigneten Tools, um Sie in diesem Prozess zu begleiten.