Mittelständische Berater kooperieren international und begleiten ihre Mandanten rund um den Globus.

Berlin hat seit einigen Jahren den Sprung aufs internationale Parkett geschafft und wird in einem Atemzug mit London, Paris, Shanghai oder Peking genannt. Das stellt mittelständische Wirtschaftskanzleien und Beratungsgesellschaften vor die Aufgabe, ihre Tätigkeit nicht nur innerhalb Deutschlands oder Berlins durch regionale Büros zu repräsentieren, sondern über internationale Kooperationen einen gewichtigen Mehrwert für die Mandanten zu generieren.

Gerade Mittelständler und Start-ups wollen beim Auf- und Ausbau ihrer länderübergreifenden Aktivitäten nicht zu den Großkanzleien gehen. Europäische Verbünde wie EuropeFides, in denen sich rechtlich selbstständige Steuerberater, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer zusammengeschlossen haben, dienen dazu, sich dem stärker wachsenden internationalen Markt zu stellen und individuelle Lösungen anzubieten.

In den heutigen Zeiten, wo die deutschen Steuerbehörden argwöhnisch jeden Geldfluss ins Ausland beobachten und hinter jeder normalen Geschäftsbeziehung im Ausland ein unehrenhaftes Geschäft wittern, kommt einem professionellen internationalen Netzwerk gerade im Hinblick auf die lückenlose Dokumentation und Transparenz von Finanzierungen oder Verlegung von Sach- und Vermögenswerten eine wichtige Bedeutung zu.

Der Standort Berlin und die Hauptstadtregion stehen dabei besonders im Fokus der Internationalisierung. Da sind zum einen die Geldkreisläufe im Bereich der jungen Start-ups. Nicht nur, dass internationale Investoren angesprochen werden, die ihre Investments in die deutsche Hauptstadt verlegen. Kaum ist ein Internet-Start-up gegründet, plant es auch schon den Gang ins Ausland. Später folgen verschiedenste Exit-Szenarien, wie etwa ein möglicher Verkauf an international agierende Konzerne. Das verlangt ein profundes Wissen über internationale Transaktionen, aber auch über die Besonderheiten und Mentalitäten einzelner Länder. Und solange die günstigen Lebenshaltungskosten Berlins ein Standortvorteil gegenüber London, Paris, Dubai oder Shanghai sind, wird die Internationalität Berlins eher zunehmen.

Drehscheibe der Automotiveindustrie

Berlin gilt zugleich als das „Tor zum Osten“. Beispiel Automobilzulieferer: In den neuen Bundesländern, deren Mittelpunkt gleichsam die Hauptstadtregion bildet, hat sich ein breites Spektrum von hoch spezialisierten Zulieferern angesiedelt. Deutschlands größter Autobauer, Volkswagen, ist auch nur knapp anderthalb Stunden von Berlin entfernt. Bei den großen Automobilkonzernen ist verstärkt der Trend zu beobachten, dass die Zulieferer gebeten werden, ebenfalls eine Produktionsstätte zu errichten. Hier gilt es dann, Finanzierungen vorzubereiten, die ein Vielfaches des vorhandenen Eigenkapitals eines mittelständischen Zulieferers ausmachen. Auch hier spielen die internationalen Verbindungen des Beraters eine wichtige Rolle.

Internationalität bei Finanzierungen

Gerade bei Finanzierungen kommt es auf Internationalität an. Einerseits ist die Frage des international unterschiedlichen Zinsniveaus eine ganz ausschlaggebende, um die Kosten für die Produktion nicht unnötig in die Höhe zu treiben. Hier ist aktuell die Situation, dass die Zinsen im europäischen Raum außerordentlich niedrig und in vielen anderen Ländern deutlich höher sind als im Euro-Raum oder in Deutschland.

Auch ist es wichtig, einen professionellen Mix aus lokaler und europäischer Finanzierung zusammenzustellen. Auch die anderen wesentlichen Punkte, wie zum Beispiel die Behandlung der Zollvorschriften, der Einfuhrumsatzsteuer und natürlich der Gründungsprozess müssen professionell betreut werden, egal, ob es nach China oder nur ins benachbarte Polen geht.

Insiderwissen bei der Suche nach Fachkräften

Aber auch im Bereich der eigenen Human-Ressourcen-Arbeit kann Internationalität eine wichtige Rolle spielen, indem die vielen gut ausgebildeten ausländischen Absolventen Berliner Hochschulen ins eigene Kanzleinetzwerk integriert werden. Das bei uns errichtete China-Desk wird von einer Chinesin mit jahrelangen Erfahrungen im deutsch-chinesischen Wirtschaftsleben geleitet. Solches Insiderwissen wiederum bietet dem mittelständischen Mandanten den Vorteil, ihm bei der Auswahl geeigneter Fach- und Führungskräfte vor Ort helfen zu können. 

Berlin als Startpunkt nach Osteuropa und China

Welche Länder sind es, die der Hauptstadtregion die notwendigen Voraussetzungen zur weiteren Internationalisierung abverlangen? An erster Stelle steht da zweifellos China, das hervorragende Ansiedlungsmöglichkeiten beispielsweise in Sonderwirtschaftszonen wie etwa Tianjin mit attraktiven Subventionen bietet, von denen aus der asiatische Raum weiter bearbeitet werden kann.

Ebenso birgt die alte europäische Handelsachse Berlin-Moskau im Hinblick auf den Wirtschaftsraum Russland enorme Zuwachsraten, ebenso wie unser unmittelbares Nachbarland Polen.

Doch auch jene Unternehmen, die (noch) nicht mit aller Macht auf die prosperierenden Auslandsmärkte drängen, profitieren von der Internationalität Berlins. Potenzielle Investoren, aber auch Family Offices aus dem Ausland schätzen die kurzen Wege in Berlin, um von dort nach interessanten Einstiegsmöglichkeiten in den deutschen Mittelstand zu suchen, was nicht zuletzt ja auch die Internetszene mit ihren Inkubatoren deutlich gezeigt hat.

Ausblick

Eine internationale Kooperation mit Büros an strategisch wichtigen Punkten wie etwa in China wird für Unternehmensberater zukünftig eine Notwendigkeit sein. Je früher damit begonnen wurde, desto tiefer stecken die externen Berater in der Materie und können die erforderlichen Prozesse begleiten.

 

www.europefides.eu